Festkommers zum 85. Stiftungsfest am 21. Oktober 2006 (Bericht aus dem Donau Kurier)

Bereit zu frischen Taten

Studentenverbindung Ludovicia begeht 85. Stiftungsfest

Ingolstadt (hl) Der Nicht-Lateiner tut sich anfangs ein wenig schwer mit den Kommandos, aber Besucher ohne fundierte humanistische Bildung sind bei der Ludovicia Ingolstadt sicher in der Minderheit.
Und so hat die Studenten- und Absolventenverbindung, die ihre Wurzeln in der früheren örtlichen Oberrealschule hatte, am Samstagabend im Spiegelsaal des Kolpinghauses nach althergebrachtem Ritus ihr 85. Gründungsfest gefeiert – mit traditionell uniformierten Chargen aus den eigenen Reihen, aber auch aus Verbindungen fast aller bayerischen Universitätsstädte.

Vorsitzender Franz Schabmüller, der die rund 50 Mitglieder starke Vereinigung nach außen repräsentiert, konnte zu dem „hochoffiziellen Festkommers“ rund 150 Gäste begrüßen, an der Spitze OB Alfred Lehmann und den früheren Leiter des Christoph- Scheiner-Gymnasiums, Rainer Rupp. Der Oberstudiendirektor a. D. hatte die Ludovicia in den 80er Jahren wieder mit dem „Scheiner“ zusammengebracht, das direkter Nachfolger der früheren Ludwigs-Realschule ist.
Rupp erinnerte in seiner Festansprache an die Geschichte der Verbindung, die 1921 (also kurz nach der bayerischen Revolution 1918) quasi im Zuge des Aufstiegs der Ludwigsschule zur Oberrealschule von 16 Schülern gegründet worden war. Fortan führte der schulische Weg am Hartmannplatz direkt zum Abitur; die Schüler nahmen sich studentische Verbindungen an den Universitäten zum Vorbild für einen eigenen, auf lebenslange Kameradschaft abzielenden Zirkel.

Carsten Hirte, derzeitiger Senior der Ludovicia, freute sich in seiner Begrüßung über das durch den WM-Sommer begünstigte neue, selbstverständliche Nationalgefühl in Deutschland, das den Verbindungen immer wichtig gewesen ist. Für angestaubt halten die Studenten und Absolventen ihre Vereinigung keineswegs. Hirte: „Unsere Werte stehen nicht für Stillstand, sondern sollen zu frischen Taten führen.“ Hirte zeichnete am Samstag Rainer Rupp mit dem violettweiß- grünen Ehrenband der Ludovicia aus. Es ist die höchste Dekoration, die die Vereinigung zu vergeben hat. Vorsitzender Schabmüller hatte zuvor in einer Laudatio die Verdienste des früheren Schulleiters um die Traditionspflege, aber auch um die vielfältigen internationalen Schulpartnerschaften des „Scheiner“ herausgestellt.
Alfred Lehmann wünschte sich in seinem Grußwort eine Verbreiterung des studentischen Lebens in Ingolstadt, um der „großen akademischen Tradition“ der Stadt Genüge zu tun. Für den OB gehört dazu auch ein „ausgeprägtes Verbindungsleben“. Er ermunterte die Ludovicia, in diesem Sinne weiterzumachen: „Wir brauchen in der Stadt nicht nur harte Fakten, sondern auch etwas, das mit Geist zu tun hat.“



Bericht: Donau Kurier - Photos: Gabi Hirte und Simon Tag